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Reisebericht 2020 (Sommer)

Dieses Jahr ging es erst Mitte August in den Norden. Grund war ... na klar, dieses Wort mit Co und vid am Ende. Aber Mitte Juli standen die Zeichen gut. Schweden war kein Risikogebiet mehr.


Nach einem kurzen Zwischenstopp in Berlin war der Fährhafen Travemünde erreicht und auch die Überfahrt verging wie im "Schlaf". Frisch ausgeruht lagen nun die nächsten Kilometer bis nach Jämtland vor mir. Aber erst noch einen kurzen Halt auf dem Campingplatz Lomma (nahe Malmö) gemacht und hier Freunde vom Februaraufenthalt wiedergesehen.

Aber es hilft ja nichts - die gut 1.100 km zum nächsten Ziel fahren sich nicht von selbst - also weiter mit dem Gespann. 

Das ich Jönköpping im Hellen passiere kommt auch selten vor. Die Fahrt bis Johannisholm verlief wie gewohnt ruhig und ohne Probleme. Und nachdem hier dann auch eine leichte Müdigkeit zu verspüren war - eine Mütze Schlaf genommen. 


Am nächsten Tag noch schnell nach Nusnäss (und wieder bereichert ein weiteres Pferdchen meine Sammlung) und ein paar Stunden später dann endlich am ersten Urlaubsplatz. Der Berghof Gala Fjällgard  war erreicht. 


Die nächsten drei Tage waren hier wieder einfach herrlich - das Wetter spielte gut mit, bei Sonnenschein pur und gemütlichen 23°C. 

So ging es am Sonntag mit dem Radl über schöne Fjällwege runter nach Börtnan. Das dortige Cafe (Emma&Brit) hatte heute seinen letzten offenen Saisontag - und der Kuchen war echt der Hammer. 

Die Abende wurden natürlich gemütlich in der Grillhütte verbracht. Auch das Hofleben kam nicht zu kurz und hier und da ein wenig mitgeholfen. Auch hat uns jeden Tag "Olof" (so haben wir ihn genannt)  besucht. Ein Ren welches wohl gefallen an dem durch die Sonne angewärmten Kies gefunden hat. Nach kurzer Zeit war es so unerschrocken, dass man relativ nah rankam - so ist auch dies Bild entstanden - gerade mal 6m Abstand.


Nach drei Nächten ging es dann wieder weiter. Noch kurz vor meiner Abfahrt in Deutschland hatte ich umgeplant und wollte nun die später Jahreszeit nutzen und endlich den Vildmarksvägen befahren. Von Christoph habe ich auch noch einen guten Tipp für einen Übernachtungsplatz erhalten. So ging es dann über den Färbodvägn langsam wieder Richtung Zivilisation um über Svenstavik wieder auf die E45 zu fahren.

An Östersund vorbei ging es weiter bis nach Strömsund, hier noch im Touristbüro ein paar Karten geholt und schon ging es am Kreisverkehr nicht wie gewohnt geradeaus sondern links raus - auf den Vildmarksvägen.

Bis nach Bågede war die Straße einfach perfekt. Hier zeigte dann aber der Wegweiser zum Hällingsåfallet plötzlich nach links über den Stausee Fagelsjön. Also rauf auf die Brücke und plötzlich war ich wieder auf Schotterpiste unterwegs. Und das die nächsten knapp 40km. Aber der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Am Zwischenziel - dem Hällingsåfallet angekommen bot sich mir ein Sagenhaftes Naturschauspiel. Die Wassermassen des Hällingsåfallet stürzen sich 43 Meter in die Tiefe und drängen sich anschließend in einen engen Canyon. Mit 800 Meter Länge gehört dieser zu den längsten mit Wasser gefüllte Schluchten in Nordeuropa.


Weiter ging es zur "Lia Ranch" meinem heutigen Nachtplatz. Am nächsten Tag früh aufgebrochen um möglichst viel Zeit für die kommenden Zwischenziele zu haben. Die heutige Fahrt im Fjäll auch wirklich genossen - es ist einfach Wunderschön hier oben. Nach dem "Gipfelpunkt" (dem höchsten Punkt des Vildmarksvägen - 876 Hm) war auch das Stekenjokk bald erreicht. 

Heute bieten sich dem Besucher ein großer Parkplatz, zwei künstliche Seen und viel viel Fjäll. 

In den Jahren 1976-1988 wurde hier Bergbau betrieben. Für die damalige Grube auf dem Stekenjokk-Plateau wurde 1969 die Straße angelegt, die heute als „Vildmarksvägen“ oder „Wilderness Road“ bekannt ist. In dem 12-jährigen Betrieb, wurden insgesamt 7,1 Millionen Tonnen Erz gewonnen, u.a. auch 90.000 t Kupfer, 170.000 t Zink und 980 kg Gold. 

Für die Sami ist das Stekenjokk noch von weiterer Bedeutung - Jokk ist Sami und bedeutet Wasserlauf. Ihre Rentierherden finden hier im Sommer alles was sie brauchen. Auch sonst ist dieses Gebiet reich an seltenen Vogelarten (! Teile der Hochebene sind daher in der Brutzeit für Wanderer gesperrt). Der Streckenabschnitt Leipikvattnet - Klimpfjäll ist wegen der Schneemassen nur im Sommer befahrbahr. Im Regelfall zwischen dem 06. Juni bis 15. Oktober (bei gutem Frühlingwetter auch schon früher). Selbst bei meiner Befahrung Ende August waren rechts und links der Straße noch Schneefelder zu sehen.

Nach dem Stekenjokk ging es dann weiter nach Fatmomakke. Etwas abseits der Straße liegt der kleine Naturcampingplatz direkt an einem See. Das Besondere leigt aber auch der anderen Seeseite - das Kirchdorf Fatmomakke. Die ist einen Besuch Wert
Fatmomakke (Bedeut.: Platz wo man sich umarmt) wurde bereits in der Steinzeit als Versammlungsort genutzt. Seit dem 18. Jahrhundert liegt hier ein samischer Kirchplatz. Hier stehen rund 80 traditionelle Kohten, 20 sogn. Kirchhäuser und eine Kirche aus dem Jahr 1884. Noch heute finden zweimal im Jahr Kirchfeste statt. 

Den erlebnisreichen Tag beendete ich mit einem schönen Bad im See.


Am dritten Tag auf dem Vildmarksvägen ging es weiter bis nach Vilhelmina. Natürlich noch mit einigen kleinen Fotopausen. Eine gleich bei den Trappstegforsen. Laut einigen Quellen die schönsten Strommschnellen Schwedens. Und ja - ein wunderbares Wasserspiel, welches zum Verweilen einlädt. Jedem Besucher möchte ich aber auch den Flußabschnitt unterhalb der Brücke ans Herz legen. Einfach über die Straße (Achtung! Fahrzeuge) und auch hier finden sich schöne Stellen für Fotoaufnahmen.


Mein Ausflug auf den Vildmarksvägen neigt sich dem Ende zu und ich werde diese Strecke sicherlich nochmal besuchen - mit mehr Zeit.



In Vilhelmina dann wieder Nordwärts auf die E45 mit Ziel Sandjögarden. Ein kleines Holiday Resort kurz vor Blattnicksele, Für einen Zwischenstop oder auch längeren Aufenthalt sehr zu empfehlen. Zum Haupthaus (eine ehemalige Schule) gesellen sich mehrere Hütten unterschiedlicher Größe und ein kleiner Stellplatz. Die Holzbefeuerte Sauna ist wunderschön direkt am Ufer gelegen.



Auf dem weiteren Weg nach Abisko war noch ein Halt in Jokkmokk geplant. Bei schönstem Sonnenwetter die kommenden Tage in Skabram verbracht. Natürlich inklusive der abendlichen Sauna.  Auch wieder einmal das Samimuseum Ajtte besucht. Am zweiten Skabramtag kamen dann auch die beiden Duisburger an. 


Von hier aus ging es dann im Konvoi weiter in Richtung Norden. Dieses Jahr lautetet mein/unser Ziel "Nationalpark Abisko". In Kiruna wurde aber nochmal Halt gemacht. Zumindest eine kleine Sightseeingtour durch die "Altstadt" musste sein.

Aber dann ging es auf die letzten ca. 100 km.

Mit Ziel Björklidden war die Fahrt schnell vorbei und ein Stellplatz gefunden. Am nächsten Tag ging es dann in den Nationalpark Abisko. Neben einem Ausflug ins Samidorf, wählten wir die Route "Schluchttour" bis zum Strand.

Diese führte uns wieder durch den Straßen- und Schienentunnel auf die Seeseite. Hier vorbei an einem kleinen Museum, ging es weiter zum ehemaligen Kraftwerk.

In der Zeit, wo hier die Straße und Bahnlinie (1899-1900) gebaut wurden, musste der Fluss umgeleitet werden. Das Wasser wurde in einem kleinen Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt. Heute ist von dem Kraftwerk, bis auf das Granit-Plato nichts mehr zu sehen.

An dieser schönen Aussichtsstelle auch gleich mal eine verdiente Pause eingelegt. Nachdem einige Polarbröd mit Tubenkäse verdrückt waren ging es auch schon weiter.

Der Weg führt die ganze Zeit über Holzstege am Fluss entlang. Finde ich Klasse, da so die Bodenvegetation optimal geschützt wird. Auch in diesem Nationalpark war der 6-strahlige Stern (das Wahrzeichen aller Nationalparks in Schweden) zu finden und das in einer gigantischen Größe. Und das auch mit entsprechendem Bergpanorama.     Die Schlucht wird langsam breiter und der Fluss immer flacher. Weiterhin bietet aber die Wanderung alle geschätzten 5-10m neue Eindrücke. Nach einiger Zeit ging es über eine Brücke auf die andere Seite.  

Und auch hier zeigte sich der Fluss von seiner ganzen Schönheit. Und in dem klaren Wasser sah es so aus, als wenn der Grund mit Goldklumpen bedeckt ist.

So abwegig ist dies nicht. Gold kommt in dieser Gegend tatsächlich vor - aber eher nicht in dieser Größe.

Nach einer Weile sind wir im Flussdelta angekommen, weiter dürften wir nicht - Naturschutzgebiet. Dies haben wir natürlich beachtet und sind über den Trampelpfad rechts weg weiter in Richtung Strand. Die ganzen letzten zwei Stunden lag unser Augenmerk auf den Fluss, ohne zu bemerken, was sich in unserem Rücken aufgetan hat.  

Das Lopporten (auch Lappenpforte) tauchte "plötzlich" auf. Das Lapporten bildet mit seinem charateristischen U-Profil das Wahrzeichen von Abisko und zählt zu den meistfotografierten Fjällmotiven Lapplands. Die Sohle liegt bei etwa 1000m über Null.

Wow, dies Panorama mit eigenen Augen zu sehen hat etwas Majestätisches und irgendwie machte es mich glücklich und zufrieden.     Nach ca. 800 m war der Strand erreicht. Und siehe da - direkt am Strand eine Sauna der "Svenska Bastuakademien". Ehrlich - hier würde ich gerne mal ein paar Saunagänge machen. Nach dem Saunagang dann über den Schwimmsteg ab in den See - NICE!     Nun aber langsam wieder den Rückweg über die kleine Schotterpiste und nach ca. 60 min waren wir wieder an der Touriststation. 




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